Stoßwelle

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Stoßwelle 2016-12-09T14:19:43+00:00

Stoßwelle

Die Anwendung der operationsersetzenden Stoßwellenbehandlung nach vielen Monaten frustraner, konservativer Behandlung empfiehlt sich bei folgenden Krankheitsbildern:

  • Tendinosis calcarea

    Die Tendinosis calcarea ist eine chronische Entzündung des Ansatzes der Supraspinatussehne, der Infraspinatussehne oder der langen Bizepssehne, die dem Patienten Schulterschmerzen verursachen und sogar zur Bewegungseinschränkung führen kann. Diese Erkrankung kann mit oder ohne Kalkdepot vorkommen. Die Ursache ist in der Regel eine Überbeanspruchung, wie übermässige sportliche Betätigung nach langer Ruhephase. Allerdings können auch Traumen eine Tendinosis calcarea verursachen.
    Die „Kalkschulter“ ist ein Krankheitsbild des Bewegungsapparates welches verstärkt mit Stoßwellen behandelt wird.
    Röntgenbild des Supraspinatus-Sehnenansatzes mit Kalkdepot vor der Behandlung (links), sechs Wochen nach Stoßwellen-Behandlung (rechts).

  • Epicondylitis radialis

    Ständige Überbelastung und Mikrotraumen, die zu Einrissen an den Sehnen führen, bewirken entzündliche oder degenerative Veränderungen am Epikondylus. Diese verursachen heftigen Druck- und Bewegungsschmerz an der gemeinsamen Ursprungszone des Extensor digitorum communis und des Extensor carpi radialis brevis (Epicondylitis humeri radialis).
    Epicondylitiden werden palpatorisch lokalisiert, allenfalls gestützt durch Sonographie. Die Stoßwellenbehandlung erfolgt unter Lokalanästhesie. Die Erfolgsrate liegt im Bereich von 70 bis 75%, bei durchschnittlich 1.6 Behandlungen pro Patient.

  • Osteochondrosis dissecans

    Zur Behandlung der Osteochondrosis dissecans im Sinne der Knochenwachstumsstimulation ist die ESWT eine sehr erfolgreiche Therapie.
    In frühen Stadien wird die Revitalisierung der nekrotischen Bereiche angeregt. Dadurch lässt sich die Mobilität des Patienten ohne Operationen wiederherstellen oder nachhaltig verbessern.
    Für Patienten ist die wenig traumatisierende, nicht-invasive Behandlung anderen Therapieansätzen gleichwertig oder gar überlegen.

  • Achillodynie

    Die Achillodynie ist häufig Folge einer Überbeanspruchung der Achillessehne und betrifft insbesondere Sportler.
    Schmerzhafte sowie veränderte Bereiche finden sich entlang der Sehne und lassen sich mittels Ultraschall zuverlässig lokalisieren und darstellen.
    Zur Behandlung wird Lokalanästhesie empfohlen. In der Regel wird schon wenige Tage nach der Behandlung eine deutliche Reduktion der Beschwerden beobachtet, und das Training kann wiederaufgenommen werden. Da aber starke, stossartige Belastungen vermieden werden sollten, ist auf sorgfältigen Trainingsaufbau unter ärztlicher Kontrolle zu achten.

  • Patellaspitzensyndrom

    Eine Entzündung des Ansatzes der Patellasehne ist eine häufige Folge einer Überbeanspruchung dieses Bereiches und tritt vermehrt bei sprungintensiven Sportarten bei Athleten auf. Die Stoßwellenbehandlung ist eine vielversprechende Alternative für diese Erkrankung und wurde bereits vielfach erfolgreich eingesetzt.

  • Fasciitis plantaris

    Die „Fersensporn“ genannte Enthesiopathie ist zumeist Folge einer Überbelastung. Die Röntgendiagnostik erlaubt nicht in jedem Fall eine klare Diagnose und Ortung; diese geschieht zuverlässiger mittels Ultraschall bzw. Palpation.
    Die Behandlung erfolgt zumeist unter Lokalanästhesie. Die Erfolgsrate liegt bei 70 bis 87%.
    Die Fasciitis Plantaris ist die erste Indikation, die von der FDA in den USA zur Behandlung mit der EHS-Stoßwellentherapie zugelassen ist. Die Zulassung für das OssaTron erfolgte 2000 nach langjähriger, doppelblinder und placebokontrollierter Studien mit signifikant guten Ergebnissen.
    Der typische „Sporn“ geht aus der Therapie meist unverändert hervor. Es ist nicht das Ziel der Stoßwellenbehandlung diesen zu entfernen.

  • Pseudarthrose und verzögerte Knochenbruchheilung

    Für die Behandlung therapieresistenter Frakturen und Pseudarthrosen mit Indikation zur chirurgischen Korrektur empfiehlt die DIGEST (Deutsche und Internationale Gesellschaft für extrakorporale Stoßwellentherapie) die Stosswellenbehandlung als nicht-invasives, Verfahren.

    Je nach Umfang des Frakturprofils werden mehrere tausend Stoßwellen mittlerer bis hoher Leistung in einer einzigen Sitzung appliziert. Eine wiederholte Behandlung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich. In der Regel wird die Behandlung ambulant, unter Spinal- oder Vollnarkose, durchgeführt. Ähnlich wie nach einer Operation ist die Ruhigstellung der Fraktur notwendig.
    Studien belegen Erfolgsraten von 70 bis 80%. Besonders bemerkenswert sind diese guten Ergebnisse deshalb, weil die Stoßwellenbehandlung in der Regel nur dann zur Anwendung kommt, wenn alle anderen konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und die Indikation zur Operation gegeben ist.

    Röntgenbild einer Tibiafraktur, 4 Monate posttraumatisch (links). Die gleiche Fraktur 8 Wochen nach Behandlung (rechts) zeigt eine deutliche Kallusbildung und knöcherne Durchbauung. Die Konsolidierung nach Stoßwellenbehandlung erfolgt im gleichen Zeitraum, in welchem auch eine frische Fraktur stabil knöchern durchbaut.